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Dienstag, 1. Juli 2008

Lernbericht Modul 7: Beispiele aus der Medienpraxis

Als letztes Modul des CAS Medienpädagogik haben wir uns am Freitag und Samstag aktuellen Projekten aus der Praxis gewidmet.

Am Vormittag waren wir bei Peter Frei beim Funtasy Bus und haben uns diesen angesehen. Mit viel Begeisterung erzählte uns Peter von seinen Videoprojekten. Wir hatten die Gelegenheit bei verschiedenen Stationen Auszüge von Videos anzuschauen. Unglaublich, dass der Funtasy Bus teilautonom ist, gutes IT Equipment beherbergt und dass nichts gestohlen wird, obwohl der Zugang zum Bus sehr liberal gehandhabt wird.

Eine weitere Überraschung war die Professionalität des Wettbewerbs Goldach sucht den Superstar und die Qualität der Darbietungen!

Den Nachmittag haben wir mit Dr. Arnold Fröhlich verbracht und konnten uns im Trickfilm erstellen üben. Ich konnte einen der Zeitrafferfilme vorführen, die mein Mann und ich zusammen aufgenommen haben. Mir kam da die Idee, dass wir statt Zeitrafferfilme auch mal einen Trickfilm mit Zeitrafferaufnahme testen können.

Für meine Arbeitspraxis hat dieses Modul zwar überhaupt nichts gebracht, aber für meine Hobbies umso mehr!

Samstag, 17. Mai 2008

Projektmanagement

Das Modul Projektmanagement im CAS Medienpädagogik ist der vierte Projektmanagment Kurs, den ich besuche. Im in meinem Wirtschaftsinformatik-Studium war Projektmanagement ein integraler Bestandteil. Die anderen Kurse waren ein Projektmanagment Training nach der Crystal Methodologie und ein Managing Projects Kurs der George Washington University (deren erstes Modul für einen Master in Project Management).

Das Prinzip von Projektmanagement Ausbildungen ist immer gleich, deshalb hängt umso mehr vom Dozenten ab. Ich war von Marco Barps Unterricht begeistert, weil er mit beiden Beinen auf dem Boden steht und eine hohe Glaubwürdigkeit als Project Manager mitbringt.

Mein letztes grosses Projekt war die Projektleitung und Ausführung für eine Intranet Site welche 30 000 Mitarbeitern global zur Verfügung stehen sollte. Die Website war die "Global Brand" Website für ein global tätiges Unternehmen.

Die Projektdeadline war am 22. April 2008. Die Herausforderung bei diesem Projekt war, sämtliche Projektmitarbeiter auf die gleiche Linie zu bringen, da es sehr unterschiedliche Leute waren (Journalisten, Design-Agenturen, Agronomen, Top Manager, Informatiker und externe Berater) und deren Content zu harmonisieren. Obwohl wir mehrere Nachtschichten und Sonntagsschichten einlegen mussten, konnten wir die Site am 22. April launchen.

Bei unserem Praxisprojekt im Studiengang Medienpädagogik ist die grosse Herausforderung das dezentrale Arbeiten, da wir geographisch weit verteilt sind (Bonn, Bern, Basel). Die Nutzung von Skype und Goole Documents war hierzu die Lösung, um eine konsequente Projektmanagment Struktur aufzubauen.

Freitag, 18. April 2008

Storytelling - Medienpraxis

Grandioser Kurs mit Mark Riklin. Das Thema Storytelling passt zeitlich total in mein aktuelles Projekt, welches nächste Woche live gehen soll.

In dieser globalen Intranet Website möchte ein internationaler Konzern seine Mitarbeiter motivieren, Geschichten aus dem Alltag der verschiedenen Divisionen und Abteilungen zu erzählen und auszutauschen. Dies, um ein grösseres Community feeling und eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern. Das Unternehmen möchte auch sein Image ändern und offener, freundlicher und authentischer werden.

Die Mittel, die wir aktuell fürs Storytelling benutzen sind Blogs, eine Klatschspalte und verschiedene Foren, wo Mitarbeitende Fragen stellen können, für die wir - die Kommunikationsabteilung - dann durch den Fachspezialisten (von Top Management bis Arbeiter in der Werkhalle) beantworten lassen. Für das Unternehmen ist das ein Paradigmenwechsel und deshalb auch sehr interessant.

Ich habe im Storytelling Modul einige Informationen erhalten, die ich sofort an meine Teamkollegen gemailt habe, damit wir das in unser Projekt einfliessen lassen können. Viele meiner brennendsten Fragen für dieses Projekt haben heute ansatzweise Lösungswege bekommen und ich bin wirklich superhappy darüber!

Am zweiten Tag haben wir ein Speed-Dating ähnliches Event durchgeführt, in dem wir uns in Zweierpaaren in drei Minuten zu einem Thema unterhalten haben. Das war sehr aufschlussreich und ein super Team Event, um Gruppendynamiken auszulösen. Was mir dabei gleich einfiel war, dass ich in meinem Beruf oft mit Organisationen zu tun habe, die fusioniert wurden oder durch einen Zukauf zu einem Konzern gestossen sind. Für neue gemischte Teams, die aus verschiedenen Unternehmenskulturen kommen, wäre so ein Speeddating die Möglichkeit sich schnell kennen zu lernen und eine neue gemeinsame Geschichte zu entwickeln.

Alles in allem zwei superspannende Tage!

Sonntag, 17. Februar 2008

Lernbericht Neue Medien - Web 2.0

Leider konnte ich nur den ersten Seminarteil mit Frank Weber zu den Neuen Medien besuchen, da ich am 15. Februar aus einer lang geplanten Auslandsreise (meine Hochzeit in Indien!) zurück gekommen bin. Deshalb schreibe ich zum Thema Neue Medien einige meiner eigenen Erfahrungen mit den Medien Blogs, Wikis und E-Learning in Grossunternehmen.

Ich habe im Jahr 2000 angefangen für die Firma Day Software global Schulungen im Bereich Content Management durchzuführen. Day hatte ein CMS (Content Management Software) entwickelt, welche es Mitarbeitern in Grosskonzernen ermöglichte eigene Web-Inhalte (Internet und Intranet) online zu stellen. Diese Inhalte waren nicht nur Text, sondern auch Bilder, Dokumente (z.B. PDFs) oder auch Videos. Ohne technisches Wissen oder Programmierkenntnisse konnten Assistentinnen Protokolle hochladen oder Forscher Videos ihrer Molekülverbindungen. Dieses Angebot wurde komplettiert durch ein Workflow / Collaboration System indem die Publikationsprozesse abgebildet wurden und welche eine Kollaboration zwischen verschiedenen Autoren ermöglichte.

Das Prinzip gemeinsam über das Internet an Inhalten (Content) zu arbeiten war eines der Grundbedürfnisse damals, wie auch heute. Was damals nur Benutzern von professionellen CMS vorbehalten war, können dank Anbietern wie Joomla, Blogger oder Youtube heute alle Menschen mit Internetzugang ihre Inhalte publizieren und austauschen. Content ist somit unabhängig von Zeit und Ort und kann von jedem jederzeit und überall erstellt werden.

Bei Day habe ich auch zum ersten Mal ein E-Learning entwickelt, um Endbenutzern die keine Schulung vor Ort besuchen können, die Basis-Anwenderkenntnisse des Systems näher zu bringen. Ich habe im Jahr 2000 auch eine Ausbildung als Teledozentin / E-Learning Produzentin/Dozentin an der FH Brig gemacht, um professionell E-Learnings gestalten zu können.

In meiner Arbeit als Intranet-Verantwortliche bei einem globalen Agrochemiekonzern setze ich mich natürlich auch beruflich mit Blogs, Wikis und den Möglichkeiten von Web 2.0 auseinander. Viele Konzerne tun sich schwer damit den Mitarbeitern die notwendige Freiheit zuzugestehen, frei in einem Blog zu schreiben, vor allem wenn das Geschäftsfeld des Unternehmens umstritten ist. Im Sinne einer transparenten Unternehmenskultur ist es jedoch wichtig, Blogs zu fördern, wo sie Sinn machen.

Wie überall ist jedoch auch bei Blogs, wie auch bei E-Learnings Verhältnismässigkeit angebracht. Es gilt genau zu prüfen, wann es Sinn macht ein Blog in einem Unternehmen zu führen und wann nicht.

Eines meiner Lieblingsblogs sind die Live Berichterstattungen vom WEF (World Economic Forum), wo Entscheidungsträger während des WEF über ihre Erfahrungen bloggen. Ähnliches macht auch in Grossunternehmen Sinn, wo CEOs von ihren Reisen, Besuchen bei Events oder Verhandlungen berichten. Auch Projektmanager können in Blogs erfolgreich über den Projektstatus oder Schwierigkeiten berichten. Was jedoch zum Scheitern verdammt ist, ist der Blog um des Blogs willen, der mit aufgeblähten Nachrichten gefüttert werden muss, um künstlich am Leben erhalten zu werden.

Ähnlich verhält es sich mit Wikis. In technischen Abteilungen, wo viele Spezialisten Detailwissen verwalten, machen Wikis durchaus Sinn. Dies um eine Transparenz des Wissens zwischen den Fachgebieten zu ermöglichen. Im Sozialbereich macht ein Wiki bestimmt auch Sinn, um Wissen zu verschiedenen Angeboten und Programmen zu sammeln (z.B. Sozialarbeiter Müller kennt sich mit dem Integrationsprogramm Alpha aus und ergänzt seine Erfahrungen im Wiki, andere Sozialarbeiter können von diesem Wissen für ihre eigenen Klienten profitieren).

In den nächsten Monaten wird sich für mich auch beruflich zeigen, wie ich Aspekte von Web 2.0 bei meinem Arbeitgeber einführen kann und wie die 30 000 Intranet Benutzer, dieses Angebot nutzen werden. Momentan haben wir global Videofeeds eingeführt und bieten demnächst die News (150 Editoren schreiben wöchentlich global Nachrichten fürs Intranet) als RSS feeds an. Die Mühlen in Grosskonzernen mahlen jedoch meistens wesentlich langsamer als im Web, also wird es wohl eine Weile dauern, bis wir voll Web 2.0 fähig sind.

Freitag, 30. November 2007

Lernbericht Medientheorien

Was hat mich am Thema Medientheorie überrascht, fasziniert oder speziell interessiert?

Die Fragestellungen der Medientheorie wiederholen sich in ihren Grundfragen seit der Zeit Platons und entwickeln sich mit jedem neuen Medium weiter. Ob nun Schrift, Buchdruck, Fernsehen oder Internet, fragen wir uns doch immer inwiefern das Medium den Medienbenutzer beeinflusst und umgekehrt.

Und wie in früheren Zeiten müssen auch heute oft die "neusten" Medien als Sündenbock für die Verfehlungen der gesellschaftlich Desintegrierten (Schulhaus-Amokläufer, Jugendgewalt etc.) hinhalten. Oft sind es hierbei die "alten" Medien (Seriöse Zeitungen, Boulevard-Presse, Fernsehen etc.), welche die neuen Medientypen kritisieren.

Ob nun Goethe's Werther oder Kurt Cobain von Nirvana der Katalysator für einen Massenselbstmord unter Jugendlichen ist, am Ende übt "die Gesellschaft" die Schuldzuweisung am Medium, statt sich der Selbstreflexion zu stellen.

Hierbei stellt sich für mich auch die Frage, was für eine Rolle das Fernsehen und die Boulevard-Presse in der öffentlichen Meinungsbildung spielen.

Als Kind des Fernsehzeitalters war für mich die Auseinandersetzung mit dem Thema Fernsehen sehr interessant und ich habe die Theorien von Postman und Enzensberger gerne gelesen. Ich fand den alten Enzensberger sehr interessant, weil das Web 2.0 seinen Vorstellungen einer sozialistisch geprägten Medienlandschaft sehr nahe kommt.

Doch mehr als je zuvor stellt auch das Web 2.0 die Wahrhaftigkeit des Mediums in Frage. Wer garantiert die Authentizität eines Bloggers oder den Wahrheitsgehalt eines Wikis? Funktioniert die Katharsis in einem Wiki, so dass Fehlinformationen durch die Masse der Leser korrigiert und somit "gereinigt" werden?

Das Fake Steve Jobs Blog spielt mit dieser Diskrepanz und steht dazu, eine Fälschung zu sein (d.h ein fiktiver Blog des Apple CEOs Steve Jobs) und keinen Anspruch auf Authentizität zu erheben.

Vielleicht verhält es sich mit Informationen im Web 2.0 wie bei Schrödingers Katze in der Quantenphysik: der Zustand der Information ist gleichzeitig wahr und unwahr.


Wie kann ich die Medientheorien mit meiner Arbeitspraxis in Zusammenhang bringen?

Ich arbeite im Bereich interne Kommunikation und Intranet Kommunikation in Grossunternehmen, aktuell bei einer Agrochemiefirma in Basel. Deren Anzahl Intranet Benutzer ist rund 30 000 Personen, für die ein Team von rund 150 Editoren täglich Nachrichten aus der Firma aufbereiten und in den lokalen Sprachen zur Verfügung stellen. Ich schule diese Editoren technisch und redaktionell und bin auch an der Intranet-Kommunikations-Strategie für die nächsten 5 Jahre massgeblich beteiligt.

Eine der grossen Fragen, die sich bei Intranet-Strategien stellt, ist die Demokratisierung des Wissens und der Information. Während früher der Webmaster, als Gatekeeper entscheiden konnte, was für Informationen im Web publiziert werden sollen, ermöglichen CMS (Content Management Systeme) jeder Abteilung und teilweise auch vielen Mitarbeitern, ihre Informationen ungefiltert ins Netz zu stellen. Ich verfechte vehement basisdemokratische Prinzipien für Unternehmen, die auf das "Wissen" ihrer Mitarbeitenden angewiesen sind und bin davon überzeugt, dass zum Beispiel Blogs - sinnvoll eingesetzt - eine unternehmensinterne Katharsis auslösen können.

Aktuell prüfe ich mit Kollegen die Anwendung von Wikis und Blogs im Unternehmensumfeld und wir machen erste Versuche damit im Bereich interner Unternehmenskommunikation. Die Medientheorien helfen mir, meine Gedanken für eine Informationsstrategie zu erweitern und alles in einem grösseren Kontext zu sehen.

Dienstag, 27. November 2007

Lernzielvereinbarung Mala J. Mukherjee Suess

CAS Medienpädagogik 2007 / 2008

Einführungsveranstaltung

Lernzielvereinbarung



Name/Vorname: Mala Jayita Mukherjee Suess

Eigene Lernerwartungen:

Ich möchte den Master of Social Informatics absolvieren. Dessen erstes Modul ist der CAS Sozialpädagogik.

Mein Ziel im CAS Medienpädagogik ist es, für meine Tätigkeit als Trainerin/ Informatikerin/ Kommunikatorin das theoretische und auch praktische Rüstzeug für Projekte im Bereich Medienpädagogik zu erhalten.

Ich habe mich in der Informatik auf Intranets (Personal und Corporate) und Kollaborationssysteme (Sharepoint Teamspaces, Lotus Notes Teamspaces, Livelink) spezialisiert. Soziale Interaktion in grossen virtuellen Gruppen ist eines meiner aktuellen Arbeitsfelder. Ich bin mir sicher, dass ich aus dem CAS viele Ideen für die langfristige "Collaboration" Strategie ziehen kann.

Ich hoffe, dass wir auch die Themen Usability, Blogs, Podcasts und social tagging behandeln werden.

Da ich nicht direkt im Sozialbereich tätig bin, sondern im Personal / Kommunikationsbereich von Grossunternehmen möchte ich auch den Wissenstransfer von meinen Kommilitonen nutzen, um mich fachlich im Bereich Pädagogik weiter zu entwickeln.


Lern- und Entwicklungsziele (Formulierung gemäss SMART-Regel):
  • Nach Abschluss des CAS Medienpädagogik die Anwendungsmöglichkeiten von Blogs, Wikis, Podcasts und virtuellen Plattformen für die soziale Entwicklung von grossen Gruppen (in Unternehmen oder im Sozialbereich) besser beurteilen zu können.
  • Nach Abschluss des CAS Medienpädagogik erfolgreich Projekte zu lancieren in denen nicht nur state of the art Technologie verwendet wird, sondern auch der pädagogische und gruppendynamische Aspekt gleichwertig behandelt wird.
  • Im Laufe des CAS Medienpädagogik lerne ich verschiedene Sichtweisen zum Thema Medien und Zugang zu Informationstechnologie kennen. Ich interessiere mich speziell für den Bereich Zugang zu Informationstechnologie von benachteiligten Sozialgruppen (Migranten, Frauen, finanziell schlechter gestellte Gruppen, aber auch Dritte Welt) und will vom Erfahrungsschatz meiner Kommilitonen profitieren.
  • Ich will den Menschen in den Unternehmen, in denen ich arbeite, nach dem Abschluss des CAS Medienpädagogik massgeschneiderte E-Learnings und Net Trainings anbieten können auf einem höheren pädagogischen Niveau (ich habe schon einen CAS als Teledozent und gebe täglich Net Trainings).
Indikatoren:

  • Trainings nach Beendigung CAS Medienpädagogik,
  • bessere Community Entwicklung in der Corporate Online Community,
  • Bessere Nutzung meiner privaten Gundeli Community und grössere Transparenz dessen

Unterstützungsmöglichkeiten:
Pädagogische / Medienpädagogische Theorie, Rüstzeug zur sinnvollen Umsetzung von Medienprojekten

Ort / Datum: . Rorschach, den 09.11.2007

Mala J. Mukherjee Suess